Mit Ablauf des siebten Tages zeigt sich eine Steigerung des Fiebers, durch welche es in den schlimmeren Formen in das nervöse, tropide, eigentlich typhoide Stadium übergeht. Der Kranke verliert an Widerstandskraft, er liegt stumpfsinnig, teilnahmslos und apathisch da. Der Zungenbelag wird rissig, braun, rußfarbig, ebenso überziehen sich die Zähne; die Haut, bisher noch weich und elastisch, wird trocken, spröde, die Durchfälle mehren sich. Die Darm und Harnausleerungen gehen unwillkürlich ins Bett; Rücken und Gesicht sind oft mit klebrigen, kalten Schweißen bedeckt; hochgradige Betäubung.
Mit Verlauf der zweiten Woche, bisweilen schon ein paar Tage früher, tritt bei sonst regelmäßigem, günstigen Verlaufe allseitige Besserung ein. Die Delirien lassen nach, ruhiger Schlaf zeigt sich, die Zunge wird feucht, die Haut weich und duftend, der Ausschlag entfärbt sich, trocknet ab, und fängt nach weiteren vier bis sieben Tagen an staubig, kleienförmig abzublättern.
Dies Stadium der Wiedergenesung, während welcher Appetit und Kräfte zurückkehren, das Fieber ganz ausbleibt und die Geschwulst der Milz allmählich schwindet, kann sich durch weitere 1, 1½ bis 2 Wochen hinziehen.
Von solch regelmäßigem Verlaufe sind unzählige Abweichungen möglich. Günstige Umstände können den Typhus milder gestalten, ungünstige verderblicher, gefahrendrohender; überhaupt zeigen die Krankheitserscheinungen bei Typhus eine sehr große Verschiedenheit in ihrer Art und ihrem Grad. Oftmals ist es auch äußerst schwierig für den Arzt, diese Krankheit mit Sicherheit, zumal bei ihrem Entstehen, zu erkennen.
Schon im ersten Stadium kann der Tod erfolgen infolge des heftigen Fiebers und der Gehirnreizung eintreten. Selten ist der Tod im zweiten Stadium, dagegen häufig im dritten, zwischen dem neunten und elften Tage, unter Delirien (Sehnenhüpfen, Flockenlesen), Meteorismus (Gasentwicklung im Unterleib, erschöpfenden Durchfällen und Blutungen).